Public, Private, Hybrid – das kleine Cloud-Einmaleins

12 .04 .2019

Das kleine Cloud Einmaleins

Wenn man über die Digitalisierung von Unternehmen spricht, ist die Cloud kaum mehr wegzudenken. Die Cloud gehört seit Jahren zu den Top-Themen und viele Unternehmen haben die Cloud-Strategie fest in ihrer Unternehmensstrategie verankert.

Heiter bis wolkig – die Cloud im Alltagstest

Aber was genau ist „Cloud“? – „Cloud kenne ich. Das ist doch sowas wie OneDrive, Dropbox und Netflix!“ – IT-Architekten und IT-Kenner schmunzeln bei dieser Aussage. Zu Recht, denn beim Cloud Computing geht es um weitaus mehr als nur um Speichermedien und Online-Streamingdienste.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Cloud im alltäglichen privaten Gebrauch bereits fest etabliert hat. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Gegen ein meist kleines monatliches Entgelt bekommt der Kunde zum Beispiel die Möglichkeit, einfach und schnell Urlaubsfotos auszutauschen, mit Familienmitgliedern diese zu teilen oder zu speichern und kann Musik speichern und abspielen, ohne den Speicher des Smartphones unnötig weit auszureizen. Mittlerweile ist es sogar dank Streamingdiensten wie Amazon Prime, Netflix und Maxdome möglich, Filme von überall aus auf allen Endgeräten abzuspielen. Die Kosten orientieren sich dabei in der Regel am tatsächlichen Verbrauch.

Wie lässt sich nun diese Cloud-Technologie in den unternehmerischen Alltag integrieren? Dieser Artikel soll in der erster Linie Anwendern, Entscheidern und vor allem Interessierten Einblicke ins Cloud Computing vermitteln und Klarheit darüber geben, worum es sich bei den unterschiedlichen Bereitstellungs- und Servicemodellen handelt, um bewerten zu können, welches Cloud-Modell am besten für sie geeignet ist.

Wolkige Aussichten für Unternehmen – die Cloud-Modelle im Einsatz

Mittlerweile ist es so, dass Cloud Computing auch im Unternehmensalltag eine feste Größe ist und weiter an Bedeutung gewinnt. Die IDC-Studie „Cloud Trends in Deutschland 2018“ zeigt, dass bereits 2017 mehr als 80 Prozent der Unternehmen Cloud Services und Cloud-Technologien nutzen oder sich zumindest damit befassen. Die Anwendungsszenarien sind dabei vielfältig. Unternehmen nutzen unterschiedliche Servicemodelle wie zum Beispiel SaaS, PaaS, IaaS, um beispielsweise Anwendungssoftware zu beziehen und ihren Verbrauch besser zu skalieren und flexibel auf sich ändernde Marktanforderungen reagieren zu können. Aber auch verschiedene Bereitstellungsmodelle sind denkbar. Diese reichen von einer Public Cloud hin zu einer Private oder Hybrid Cloud. Was sich hinter diesen Begrifflichkeiten versteckt und wie sie thematisch einzuordnen sind, soll jetzt näher beleuchtet werden.

Was verbirgt sich hinter dem Mythos „Cloud“

Bevor man sich für eine Cloud-Lösung entscheidet und sie in die Unternehmensstrategie integriert, sollte man die Begrifflichkeiten klären, die einem in diesem Zusammenhang vielfältig über den Weg laufen. Zugegeben, die unterschiedlichen Begriffe und Cloud-Modelle einzuordnen ist nämlich nicht ganz einfach und es gestaltet sich oftmals schwierig, ein optimales Verständnis für eine Entscheidungsgrundlage abzuleiten.

Viele Unternehmen stehen vor dem Schritt, in die Cloud zu migrieren, wissen aber oftmals nicht, wie sie das konkret zu bewältigen haben.  Cloud-Modelle und Angebote auf dem Markt sind mittlerweile reichlich vorhanden und für verschiedene Anforderungen scheint es individuelle Lösungsmöglichkeiten zu geben.
Bevor man sich nun inhaltlich mit den unterschiedlichen Bereitstellungs- und Servicemodellen im Cloud-Umfeld beschäftigt, sollte geklärt werden, worum es sich beim Cloud Computing handelt. Es ist schwierig für den Begriff Cloud Computing eine allgemeingültige Definition zu finden. In vielen Publikationen oder Vorträgen werden oftmals Definitionen verwendet, die sich zwar meist inhaltlich ähneln, aber dennoch eine hohe Varietät aufweisen.

Im traditionellen On-Premises-Geschäft betreiben und verwalten Unternehmen die IT lokal über hauseigene Server, eventuell sogar über ganze Rechenzentren. An diesem Punkt versucht Cloud Computing anzusetzen und den traditionellen Prozess zu optimieren und zu beschleunigen. Cloud Computing beschreibt ein Modell, bei dem IT-Infrastrukturen und IT-Leistungen – wie zum Beispiel Rechenleistung und Speicherplatz oder auch zum Beispiel Anwendungssoftware – nicht mehr von einem Anwenderunternehmen selbst erworben, lokal implementiert und betrieben werden, sondern von einem Provider als Dienstleistung „über das Internet“ bereitgestellt werden, der entsprechend des Kundenbedarfs skaliert.

Die Servicemodelle Iaas, PaaS und SaaS

Die Definition von Cloud Computing ist jedoch erst der erste Meilenschritt in Richtung eines sicheren Cloud-Verständnisses. Grundsätzlich können im Cloud Computing drei unterschiedliche Servicemodelle kategorisiert werden. Man spricht hier von Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS).


Bei Infrastructure as a Service, kurz IaaS, ist die bedarfsabhängige Nutzung von IT-Ressourcen wie zum Beispiel Server-, Speicher- und Netzkapazitäten gemeint. Kunden haben also die Möglichkeit, die Infrastruktur bei einem Provider flexibel als Dienstleistung zu mieten und müssen sich dann nicht mehr um die Implementierung und Wartung kümmern. Sie können so flexibel ihren Bedarf an den tatsächlichen Verbrauch anpassen, um etwaige Lastspitzen und Überkapazitäten besser abzufedern. Bei „Infrastructure as a Service“ ist es also möglich, Rechenleistung und Arbeitsspeicher bei einem Provider anzumieten und dann ein Betriebssystem mit eigenen Anwendungen zu betreiben.

Als Platform as a Service, kurz PaaS, bezeichnet man ein Servicemodell, bei dem ein Provider für die Entwicklung von Webanwendungen vollständige Entwicklungs- und Bereitstellungsumgebungen in der Cloud anbietet. Kunden erhalten hier Zugang zu erforderlichen Ressourcen, um Anwendungen und cloudbasierte Apps bereitstellen zu können. Zu vergleichsweise geringen Kosten können Kunden die Entwicklungsumgebung für die Anwendungsbereitstellung nutzen.

Software as a Service, kurz SaaS, zählt zu den beliebtesten Servicemodellen im Cloud Computing. Es bezeichnet ein Modell, mit dem Softwareanwendungen über das Internet als Service von einem Provider angeboten werden und vom Kunden flexibel und geräteunabhängig genutzt werden können. Der Provider der Softwareanwendung betreibt dafür die notwendige IT-Infrastruktur und verantwortet Verfügbarkeit und Administration der Anwendungen durch Wartung und Updates der Software. Der Kunde bezahlt nach Umfang und Dauer der Nutzung in einem meist monatlichen Preismodell.

Die Bereitstellungsmodelle Public, Private und Hybrid Cloud

Neben den drei Servicemodellen kann man im Cloud Computing noch nach unterschiedlichen Bereitstellungsmodellen unterscheiden. Hierzu zählen zunächst die Public Cloud, die Private Cloud und die Hybrid Cloud, die in diesem Artikel weiter erläutert werden sollen.

Eine Public Cloud ist das, was ihr Name schon verrät – hier handelt es sich um eine öffentliche Cloud, die frei zugänglich von Providern angeboten wird. Die Cloud Services einer Public Cloud – wie Anwendungen, Plattformen, aber auch IT-Infrastruktur – sind offen über das Internet für eine Vielzahl von Anwendern zugänglich. Die Angebote einer Public Cloud können teilweise kostenfrei sein oder nach der tatsächlichen Nutzung abgerechnet werden und bieten eine beliebige Skalierbarkeit nach Verbrauch.

Von einer Private Cloud spricht man, wenn die komplette Cloud-Infrastruktur nur für ein Unternehmen betrieben wird. Dabei ist es möglich, dass die Cloud-Umgebung im unternehmenseigenen Rechenzentrum läuft oder in einem Rechenzentrum eines Providers gehostet wird. Eine weitere Nutzungsvariante der Private Cloud besteht darin, dass sie vom Unternehmen selbst betrieben und verwaltet wird oder dieser Service an einen Drittanbieter oder den Hosting Provider ausgelagert wird.

Wenn man sich näher mit der Hybrid Cloud beschäftigt, fällt oft die Anmerkung, dass die Hybrid Cloud das Beste aus den beiden Cloud-Welten „Public“ und „Private Cloud“ verbindet. Sie bedeutet allerdings weitaus mehr:  Nämlich, dass ein Teil weiterhin On-Premises, also lokal im Unternehmen, verbleiben kann und nur ein Teil in die Cloud verlagert wird. Das ist in der Realität meist auch genau der Fall – die Hybrid Cloud verbindet als Mischform die Vorteile aus den jeweiligen Bereitstellungsmodellen. Hier haben Kunden die Möglichkeit, geschäftskritische Daten lokal zu speichern und automatisierte sowie standardisierte Prozesse in die Cloud zu verlagern.

Die Cloud – mehr als nur ein Speichermedium

Die Möglichkeiten der Cloud sind vielfältig und passen sich in der Regel an den Bedarf des Unternehmens an. So ist es wichtig, dass, wie bei jedem neuen technologischen Schritt, Unternehmen sich vorab ausgiebig über neue Trends, Themen und Technologien informieren und die unterschiedlichen Ansätze, Modelle und Szenarien genau beleuchten.

Wichtig ist es, dass Unternehmen ein Modell finden, welches zu ihrem Bedarf passt, um die Mehrwerte langfristig optimal ausschöpfen zu können.

Sollte dieser Artikel Ihr Interesse geweckt haben und Sie möchten sich weiter über Cloud-Lösungen im Anwendungsbereich von Workflow-Management-Systemen informieren, lesen Sie gern auch unser Whitepaper „Digitalisierung auf dem Vormarsch – der Mehrwert eines cloudbasierten Workflow-Management-Systems“, das sie  hier herunterladen können.

 

*Quelle: IDC – Analyze the Future. Cloud Trends in Deutschland 2018 https://idc.de/de/research/multi-client-projekte/multi-cloud-in-deutschland-2018-management-architektur-provisionierung-providerauswahl, abgerufen im  April 2018.

Themen:  Cloud

Nina Gielnik

Von Nina Gielnik

Nina Gielnik ist bei WMD Produktmanagerin für die Cloudlösungen. Bereits im Studium beschäftigte sie sich mit Innovationsmanagement, Customer Experience und der Optimierung von Geschäftsprozessen. Wie diese Themen mit der Cloud zusammen passen, zeigt sie in ihren Blogbeiträgen.